Was tun bei Panikattacken
Erfahrungsbericht eines Betroffenen

Der nachfolgende Text ist keine medizinische Beratung und ersetzt keinenfalls den Weg zum Arzt. Dieser Artikel ist ein Erfahrungsbericht eines Betroffenen.

Wie fühlt sich eine Panikattacke an?

Ich kann nicht sagen, dass sich Panikattacken für mich immer gleich anfühlt. Mittlerweile, wo ich mit ihnen sehr gut umgehen kann, ist das anders, aber zu Beginn meiner Angststörung zeigte mir die Angst ihre vielen ekelhaften Gesichter. Fast jede Panikattacke war anders. Das einzige, was immer gleich war, war das Gefühl, dass jede Panikattacke stärker war als die letzte.

In den ersten Monaten drehten sich meine Panikattacken um das Gefühl, dass ich mein Gehirn nicht mehr kontrollieren kann bzw. mein Gehirn meine Handlungen nicht mehr kontrollieren kann.

Wenn ich in einem hohen Stockwerk war, hatte ich immer folgendes Gefühl/folgende Gedanken „Was, wenn ich mich nicht mehr kontrollieren kann, was wenn ich da rausspringe?“ Es war nicht so, als würde ich rausspringen wollen. Ich wollte leben, dachte jedoch ununterbrochen über die Möglichkeit eines Kontroll-Verlustes nach. Zum Schluss war es schon so weit, dass ich mir eine Wohnung im Erdgeschoß suchen musste. Das half mir.

Diese Umstellung half mir kurzfristige dabei, mich vor meiner Angst zu verstecken, jedoch musste ich schnell erkennen, dass verstecken keine gute Strategie ist. Denn die Panikattacken veränderten sich. Ich bekam sehr oft das Gefühl, dass ich nicht mehr richtig Atmen konnte. Es war ein Stechen in der Brust, das nicht normal war. Beim Lungenarzt sowie dem Landeskrankenhaus konnte nichts gefunden werden. Wobei man als Betroffener schon das Gefühl bekommt, dass die Ärzte einen nicht mehr richtig durchchecken, wenn man sagt, dass man Angst- und Panikattacken hat. Man wird abgestempelt. Nie wieder erwähnte ich vor Ärzten, dass ich Panikattacken habe, seitdem werde ich wieder „richtig“ behandelt und nicht als Angstpatient „abgestempelt“.

Depersonalisierung

Für mich war die schlimmste „Nebenwirkung“ der Panikattacke die Depersonalisierung.

Das Gefühl, nicht du selbst zu sein. Das Gefühl, sich selbst zu beobachten, welches oftmals mehrere Tage bestehen bleibt. Ich kann mich noch genau erinnern, als ich einmal aufgewacht bin und mich quasi selbst betrachtet hatte. Dieses Gefühl war für mich immer weit schlimmer als das unerklärliche Bruststechen oder die Angst vor der Höhe oder Augenproblemen etc.

Depersonalisation ist das schrecklichste, was ich je erlebt habe. Es kam in regelmäßigen Abständen, ca. 2-3 mal pro Woche und dauerte zwischen einer Stunde und einem ganzen Tag. An diesem Tagen ist es schwierig, optimistisch in die Zukunft zu schauen. Das einzige, auf das ich mich freute, war zu schlafen.



Wie geht es dir jetzt mit den Panikattacken und der Depersonalisierung? 

Viel, viel besser. Ich habe mit der Zeit gelernt zu akzeptieren, dass die Angst und die Panikattacken anscheinend ein Teil von mir sind. Je mehr ich sie hasse, desto schwere machen sie mein Leben. Also akzeptiere ich sie und arbeite täglich daran, sie zu „besiegen“ 🙂

 

Deine Lösungsansätze

Psychiater
Nach einem kurzen Gespräch sagte mir der Arzt, dass ich mir nicht so viel sorgen machen soll. Der konkrete Rat: Ein bisschen mehr Sport und ein Rezept für Antidepressiva. Ganz ehrlich, in diesem Moment hatte Vertrauen in die Schulmedizin verloren. Um ehrlich zu sein, ist dieses Vertrauen bei mir auch nicht wieder zurückgekommen.


Psychotherapie
Ich war bei 2 verschiedenen Psychotherapeuten für jeweils ca. 8 Sitzungen. In den Sitzungen haben wir über meine Vergangenheit und Ängste gesprochen und uns darauf verständigt sogenannte „Anker“ zu trainieren. Konkret geht es hierbei darum, dass der Therapeut dich in eine Traumreise führt, sodass du dich entspannst und glücklich bist. Dieser Zustand wird mit einem Wort oder Auslöser – deinem Anker – verknüpft. Bei der nächsten Panikattacke versuchst du an den Anker zu denken, sodass die negativen Gedanken und Körpersignale durch positive ersetzt werden. Das hat mir kurzfristig sehr geholfen, jedoch hatte ich dafür ca. € 1500,- ausgeben müssen, was als Student nicht wenig Geld war.


Vitamin D
Sehr viele Betroffene schwören auf Vitamin D bei Panikattacken. Ich persönlich denke auch, dass der steigende Vitamin D-Mangel in unserer Gesellschaft mit der Steigerung der Angst-Erkrankungen zusammenhängt. (Hier ist ein sehr interessanten Video dazu (Vitamin D – „Hype oder Hope“ Vortrag von Prof. Dr. Jörg Spitz). Ich habe Vitamin D von folgendem Hersteller – bei einer täglichen Dosis ca. 5000 i.E. (Eine Tablette) eingenommen, was mir sehr gut getan hat. Vor allem war ich wieder wesentlich aktiver und unternehmungslustiger. Ich habe Vitamin D von natural elements – bei einer täglichen Dosis von ca. 5000 i.E. (Eine Tablette) eingenommen, was mir sehr gut getan hat. Ich wurde einfach im generellen wieder wesentlich aktiver und unternehmungslustiger. Hier kannst du die Kombi aus Vitamin D + K2 günstig* finden.  Vitamin D nehme ich auch jetzt noch fast täglich ein, da es meinen generellen Gesundheitszustand stark verbessert hat.


Magnesium
Ausgehend von mehreren Erfahrungsberichten habe ich Magnesium versucht. Viele Leute schwören auf Magnesium im Kampf gegen Angst- und Panikattacken. Mir persönlich hat es – außer Durchfall – nichts gebracht.


Meditation
Ich habe versucht, jeden Morgen und Abend zu meditieren. Eine Meditation ist wahnsinnig beruhigend. Mir persönlich waren die geführten Meditationen lieber. Dass mir Meditationen geholfen haben, die Panikattacken zu besiegen, kann ich jedoch nicht sagen.


Darm
„Die Gesundheit liegt im Darm“, liest man in immer mehr Ratgebern, welche verstärkt das Zusammenspiel zwischen Darmgesundheit und psychischer Gesundheit analysieren. Ich persönlich glaube an diese wissenschaftlichen Erkenntnisse. In den letzten Jahren hatte ich daher mehrere Darmsanierungen / Darmreinigungen gemacht. Am besten hat mir der Probiona Komplex von NATURE LOVE getan (Hier geht´s zum Produkt.) Seit ich meine Ernährung im Zuge der letzten Darm-Sanierung nachhaltig umgestellt habe (Weniger Kohlenhydrate, weniger Weizen, mehr Eiweiß), fühle ich mich wieder viel vitaler.

Meine zwei Lebensretter

Mein Leben wurde jedoch nicht durch die oben genannten Hilfen gerettet. Sondern durch zwei Ratgeber.

Auch wenn dieses Buch wegen seines „wissenschaftlich mangelhaften“ Schreibstils und Inhaltes teilweise großer Kritik ausgesetzt ist, habe ich als Betroffener hier ein Werkzeug in die Hand bekommen, welches ich konkret einsetzten kann, wenn eine Panikattacke „anrollt“.
Noch heute, wo ich nur noch sehr selten Panikattacken habe, nutze ich die Zeitlupen-Methode, wenn ich schreckliche innere Bilder vor mir sehe oder die Methode der „Mickey-Mouse-Stimme“ wenn ich erkenne, dass meine Gedanken mir schaden.

Die Methode der 10-Sätze ist aus meiner Sicht – und ich habe mindestens 20 Bücher zu Angst- und Panikstörungen gelesen – das, was mein Leben am meisten verbessert und wieder lebenswert gemacht hat. Daher möchte ich dieses hier empfehlen:

Empfehlung: Panikattacken und andere Angststörungen loswerden

Zum Buch hier klicken*

Das Buch von Herrn Bernhardt hilft mir persönlich dabei, mein allgemeines Wohlbefinden täglich zu verbessern und wieder „gesund“ zu werden.

Den Umgang mit akut auftretenden Panikattacken lernte ich am besten mit der 21-Sekunden-Methode von im Buch „Weg Mit Der Panik“ von Barry McDonagh.
Dieses Buch würde ich als größtes Glück meines Lebens beschreiben, da ich endlich wieder Leben kann. 

Als Betroffener kann ich sagen, dass es auf der Welt kein schöneres Gefühl gibt, als eine Panikattacke durch kontrollierten Emotionsfluss „positiv aufzulösen“. Denn nun, kann ich sie tatsächlich kontrollieren. In diesem Sinne, Danke Herr McDonagh für dieses Buch. Es hat mein Leben wieder lebenswert gemacht!

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