Was tun bei Flugangst
Erfahrungsbericht eines Betroffenen

Der nachfolgende Text ist keine medizinische Beratung und ersetzt keinenfalls den Weg zum Arzt. Dieser Artikel ist ein Erfahrungsbericht eines Betroffenen.

Wie fühlt sich starke Flugangst an?

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass meine Flugangst für mich sehr unangenehm ist. Ich bekomme bereits unangenehme Gefühle wie Atemnot oder ein Enge-Gefühl in Bauch, wenn ich ein Flugzeug am Himmel sehe oder nur am Flughafen vor bei fahre. Bereits hier muss ich die Methoden von
*Weg Mit Der Panik von Barry McDonagh anwenden. Besonders die 21-Sekunden-Methode. Ansonsten würde ich wahrscheinlich in eine Panikattacke rutschen. (Siehe auch: Was tun bei Panik-Attacken)

Falls ich einer Flugreise nicht ausweichen kann, schlafe ich bereits 2-3 Wochen vor dem Flug nicht gut und bin dauerhaft in einem Stress-Zustand. Im Flugzeug selbst habe ich dann komischerweise oftmals weniger Angst als vor dem Flug, denn ich weiß, dass ich nur mehr für die Zeit des Fluges „durchhalten muss“.

Kannst du das Fliegen vermeiden?
Du sprichst von „wenn ich einer Flugreise nicht ausweichen kann…“. Ist das Reisen mit Bahn, Auto oder Fernbus keine attraktive Alternative?

Oft – aber leider nicht immer.
Früher suchte ich oft nach Gründen, warum ich mit meiner Partnerin oder Freunden nicht fliegen konnte und versuchte Reise-Schnäppchen mit der Bahn zu finden.
Durch das aktuelle Flug-Chaos und die steigenden Flugkosten, ist hier zum Glück weniger Überzeugungsarbeit nötig, aber es gibt Situationen wie Urlaubsreisen oder Fern-Urlaube, welche ohne Flugreise nicht möglich sind. Auf diese ganz zu verzichten, wäre ein deutlicher Einschnitt in meine Lebensqualität.

Ist Flugangst weit verbreitet?

Es haben mehr Leute Flugangst – oder ein unangenehmes Gefühl beim Fliegen – als man denkt.

„Laut dem Instituts für Demoskopie Allensbach (Zur Studie – Klicke hier) leiden 16 Prozent der Deutschen unter Flugangst. Weitere 22 Prozent fühlen sich unwohl, wenn sie ein Flugzeug besteigen. In den übrigen westlichen Ländern sieht es ähnlich aus.“

Das sind knapp 40% der Bevölkerung, welche sich unwohl fühlt oder sogar Angst beim Fliegen hat. Ein aus meiner Sicht schrecklich hoher Wert. Wenn man bedenkt, dass viele Leute auch nicht gerne über persönliche Ängste sprechen oder sie zugeben möchten, gehe ich davon aus, dass hier auch noch eine hohe Dunkelziffer hinzugerechnet werden müssen.

Wie bekämpfst du die Flugangst?

Helfen dir Argumente, wie beispielsweise, dass Fliegen das sicherste Fortbewegungsmittel ist, etc.? Ich persönlich habe mir in den letzten Jahren ein Mind-Set gebastelt, damit ich wieder fliegen kann. Gerne mache ich es immer noch nicht, aber nun schaffe ich es zu fliegen, wenn es nötig ist.

Aus meiner Sicht benötigt jemand der/die Flugangst hat, beides. Rationale Fakten um sich selbst zu beruhigen sowie Methoden um die scheinbar irrationalen Panik-Gefühle unter Kontrolle zu bringen.

Was konkret machst du?
In meinem konkreten Fall geht es nicht um die Angst vor dem Sterben. Ich weiß, dass jeder irgendwann sterben wird, sterben nicht weh tut und ich es sowieso nicht verhindern kann, wenn es passiert. Davor habe ich keine Angst. Meine Angst dreht sich um dem Moment des Absturzes. Der Moment der Hilflosigkeit, wenn ich im Flugzeug sitze und dieses Abstürzt. Und ich nichts dagegen machen kann. Vor dieser Vorstellung habe ich am meisten Angst und darauf habe ich mein „Schützendes Mind-Set aufgebaut“.

Für jeden Angstgedanken habe ich mir Gegenargumente vorbereitet, welche im Konkreten genau so aussehen:

  • Was mache ich, falls der Start nicht funktioniert und die Maschine einfach nicht abheben kann?
  • Gedanken: Damit kann ich umgehen. Wir sind noch nicht so schnell unterwegs. Eine Landung direkt nach dem Start oder ein kleiner Crash ist vielleicht schmerzhaft aber nicht tödlich. Das würde schnell gehen und ich denke, dass ich es überleben würde. 
  • Was mache ich, wenn ein Triebwerk in der Luft ausfällt?
  • Gedanke: Bei einer Höhe von ca. 10.000 Metern könnte bei einem Ausfall beider Triebwerke – was eigentlich nie passiert – das Flugzeug noch ca. 150 Km gleiten. Das wäre meiner Meinung nach ausreichend, um irgendwo landen zu können. Auch wenn die Landung wahrscheinlich ein wenig hart wäre.
    Eine Landung ohne Triebwerk ist schon tausende Male positiv durchgeführt worden. Die Landung wäre hart, aber das würde ich überleben.
  • Was mache ich, wenn ein Flügel abbricht
  • Dann spüre ich nichts, denn alle würden sofort das Bewusstsein verlieren. Außerdem habe ich keinen einzigen jemals dokumentierten Fall gefunden, wo das jemals passiert ist. 
  • Turbulenzen! Können mich Turbulenzen zum Absturz bringen?
  • Turbulenzen gehören seit ca. 10 Jahren zu meinem persönlichen Unwort des Jahres. Ich hasse sie, aber sie töten mich nicht. Viele Studien besagen, dass seit 40 Jahren kein Flugzeug mehr aufgrund von Turbulenzen abgestürzt ist. 

Oftmals beruhigt es mich auch, wenn ich mir ansehe, wie viele Flugzeuge immer gleichzeitig in der Luft sind. Wenn man bedenkt, dass täglich tausende Flüge stattfinden und quasi nie etwas passiert, beruhigt mich das ungemein.

Flugzeuge gleichzeitig in der Luft
Jede Sekunde sind mehrere TAUSEND Flugzeuge in der Luft.

Was ist mit den "unlogischen" Panik-Gefühlen?

Das waren nun viele beruhigende Fakten. Was aber gegen die Panikgefühle?

Gegen die unkontrollierbaren Gedanken oder körperlichen Symptome von Angst helfen die Fakten und vorbereiteten „Gegenargumente“ jedoch leider nicht immer.

Denn so gut wie jeder unter Flugangst leidende, kennt ja ohnehin die Statistik, dass Fliegen das sicherste Fortbewegungsmittel ist. Die Angst ist trotzdem da.

Wenn es bei mir soweit ist, dass ich mit den Fakten gegen meinen Kopf nicht mehr ankomme, dann hilft mir die 21-Sekunden-Methode von Barry McDonaghs Buch *„Weg mit der Panik“.

So habe ich meine Angst größtenteils unter Kontrolle und weiß, dass ich immer ein Hilfsmittel habe, falls ich es benötige oder eine Panikattacke sich nähert.

Empfehlung: Panikattacken und andere Angststörungen loswerden

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